Ortasee

Der Ortasee, der mit seinen gut 18 km2 Fläche der kleinste unter den oberitalienischen Seen ist, spielt in den Gedanken der jährlich an den ‚Laghi italiani‘ einfallenden Besucherströme eine eher bescheidene Rolle. Zu Unrecht, denn was Wasserqualität, Klima, Landschaft und das gesellschaftliche Leben in all seinen Facetten betrifft, steht der See seinen größeren Brüdern in keiner Weise nach. Lediglich in Sachen Infrastruktur hat der Lago d`Orta etwas Nachholbedarf.
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Der Ortasee, früher Cusius genannt, liegt landschaftlich reizvoll in einem südlich ausgerichteten, ehemals stark bewaldeten Tal im nördlichen Piemont, einem der wirtschaftlich stärksten Regionen Italiens. Im Norden befindet sich mit dem Ort Omegna die größte Ansiedlung am See, weiter im Süden trifft man auf das Tourismuszentrum Orta San Giulio, den aktuellen Namengeber des Sees. Der Ort beherbergt mit den Sacri Monti sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz in der Nähe thront die einzige Insel des Sees, die Isola San Giulio mit ihrem bedeutsamen Kloster, die mit ihrer einmaligen Lage viele Besucher anzieht und begeistert. Weiter nördlich folgen einige kleinere Ortschaften mit Hotels, Ferienwohnungen und teilweise schönen Campingplätzen, die größtenteils direkt am See liegen. Das Seeufer ist zum Teil befestigt, sodass der Zugang über Stufen erfolgt, v.a. im Süden wurden einige Kiesstrände auch mit Sand aufgefüllt. Insgesamt fällt auf, dass die Wasserqualität des Ortasees sehr gut ist, das Wasser ist klarer und frischer als an allen anderen oberitalienischen Seen. Seine Farbe erinnert bei günstiger Sonnenkonstellation stellenweise ans Meer: azur, absolut klar, Sicht so weit das Auge hinunter reicht. Der Lago d’Orta misst an seiner tiefsten Stelle 143 m, beeindruckend, wenn man bedenkt, wie klein er ist.


Die besten Unterkünfte in Orta San Giulio am Lago Maggiore:

Hotel La Bussola in Orta San Giulio; tolle Sicht und Terrasse.

Diese Unterkunft ist 12 Gehminuten vom Strand entfernt. Das Hotel La Bussola befindet sich in ruhiger Lage auf der Landzunge von Orta San Giulio, mit Blick auf den Ortasee und die Insel San Giulio. Ein Garten mit Pool lädt hier zur Erholung ein. Alle Zimmer sind mit Sat-TV, einer Minibar und einem eigenen Badezimmer ausgestattet. Das Hotel bietet zudem einen Internet-Point und einen eigenen Parkplatz. Regionale Spezialitäten genießen Sie im Restaurant mit Panoramaterrasse des Hotels La Bussola. Im Garten befinden sich ein Pool für Erwachsene wie auch ein Kinderpool und Sonnenliegen. Hier können Sie zudem Tischtennis spielen oder sich an der Bar erholen. Zum „Heiligen Berg“ Sacro Monte di Orta, einem UNESCO-Weltkulturerbe, gelangen Sie vom Hotel nach einem 15-minütigen Spaziergang. Die Anleger für Bootsfahrten zur Insel San Giulio liegen nur 600 m vom Hotel entfernt.

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Der Ortasee ist wie die anderen oberitalienischen Seen am Ende der letzten Eiszeit entstanden. Die abfließenden Wasser- und Eismassen der sich auflösenden Reisegletscher nahmen vom Gebirge so viel Geröll und andere Gesteinsmassen mit in die Täler, dass mancherorten regelrechte Dämme entstanden, die das Wasser aufstauen ließen. So bildete sich auch über die Jahrhunderte hinweg der 13,4 km lange und an seiner breitesten Stelle 2,5 km breite See. Das komplette Ufer misst 33,5 km, mit dem Fahrrad ohne Probleme an einem Tag zu schaffen. Der See speist sich über mehrere Gebirgsbäche im Osten und auch im Westen. Zusätzlich dringen große Mengen an Wasser aus unterirdischen Quellen in den See. Einziger nennenswerter Abfluss ist der Nigoglia bei Omegna am nördlichen Ende des Sees. Die Besiedlung des Ortasees begann schon in vorgeschichtlicher Zeit, also vor der heutigen Zeitrechnung. Archäologische Funde wie Grabbeigaben haben gezeigt, dass Volksstämme aus dem heutigen Ligurien, später auch aus keltischen und gallischen Regionen, hier lebten. Als die Römer kamen, richteten sie zügig ein Statthaltertum ein. In dieser Zeit soll der See auch den Namen ‚Cusius‘ erhalten haben. Später im Mittelalter wurde er zu ‚Lago di San Giulio‘ und zuletzt zu ‚Lago d’Orta‘. Der Name „Lago di San Giulio“ kam auf, weil nach einer Sage zwei Brüder, beide namens Julius, auf der Isola ihre hundertste Kirche errichtet hätten. In den nachfolgenden Jahrhunderten wechselten die Herrschaften häufig und erst im Zeitalter Napoleons wurde eine neue politisch-territoriale Neuordnung wirksam. Straßen wurden ausgebaut, Handelslinien gegründet und auch die Schifffahrt auf dem See entwickelte sich zu einem wichtigen Standbein der regionalen Wirtschaft. Zu guter Letzt wurde im späten 19. Jahrhundert die Eisenbahnstrecke von Orta nach Domodossola gebaut.

Die Landschaft am Ortasee ist eine besondere, wenn auch nicht zu vergleichen mit den Ansichten vom Lago di Como oder Lago Maggiore. Hier ist alles ein wenig kleiner, lieblicher, wenn man so will.
Der See liegt behutsam in seinem Bett, begleitet von sanften, leicht ansteigenden Uferzonen. Die höchste Erhebung ist der Mottarone, dessen Ausläufer den gesamten östlichen Bereich des Sees prägen. Zum östlichen Süden hin läuft die Landschaft dann flach aus, jedoch nicht so extrem wie am Lago Maggiore. Es bleibt leicht hügelig, die Anzahl der Einbuchtungen nimmt zu. Landschaftlich finden sich reizvolle Ecken im Hinterland, die durch einige Wanderwege erschlossen sind. In den Uferbereichen liegen die herrschaftlichen Häuser mit schön angelegten Gärten. Nicht immer ist viel davon zu sehen, eher zu erahnen.

Die Halbinsel mit dem Hauptort Orta San Giulio ist ein Juwel. Auf wenig Raum finden sich hier alle Facetten einer vielschichtigen Landschaft, das Ufer, der Sacro Monte und der Ort selbst bilden eine unverwechselbare Symbiose. Auch die baulichen Merkmale bieten Augenschmaus, zeigt sich doch der Ort mit engen Gassen, typischen Kirchen und malerischem Hafen von seiner schönsten Seite. Der Sacro Monte ist eine Parkanlage der besonderen Art: 20 Kapellen wurden stilsicher in die Landschaft integriert, mit einem liebevollen Park umgeben und konnten so in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen werden. Der Blick vom Balkon der Hauptkirche des Parks eröffnet einen tiefen Eindruck vom Westufer, die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso stellt das ‚Tüpfelchen auf dem I‘ dar. Die Komposition von See, Ufer und steilem Bergmassiv findet wenig Gleichartiges in Oberitalien. In Pella zweigt man über eine steile Bergstraße zur Kirche ab und entdeckt so die beeindruckende Bergwelt oberhalb des Sees. Neben klassischen engen Bergdörfern und bäuerlichen Strukturen findet man auch zu Feriendomizilen umgebaute Landhäuser. Wer am Ufer bleiben möchte, genießt die abenteuerliche Fahrt von Pella nach Ronco, über ein schmales Sträßchen direkt oberhalb des Ufers. Das Örtchen selbst liegt reizvoll eng an den steilen Bergen, nahezu wagemutig auf ein paar hundert Quadratmetern. Über die Stichstraße geht es zurück in die Berge, die teilweise landwirtschaftlich genutzt werden und Ausblicke auf tiefe Tälern bieten. Überhaupt führt die Straße nun Richtung Omegna an fast unberührt scheinender Bergwelt vorbei. Die Talenge bei Omegna, die wiederum durch einige Bergausläufer malerisch unterbrochen ist, nutzt der Fluss Nebiagllo zum Entrinnnen und vereinigt sich wenig später mit dem Fluss Strona, bis er zusammen mit dem Toce in den Lago Maggiore fließt. Mit Obstwiesen und teilweise dichtem Baumbestand zeigt sich die Gegend um Pettenasco.

Weitere Infos unter www.ortasee-info.de.